SPD Bad Cannstatt: "Der Kursaal ist gefragt, aber kein echtes Bürgerhaus“

Veröffentlicht am 27.11.2017 in Pressemitteilungen

Wie geht es weiter mit Musikschule, VHS, Stadtteilbücherei und Kulturkabinett? Welche Anforderungen haben die Einrichtungen an künftige Räumlichkeiten? Braucht Bad Cannstatt ein wirkliches Bürgerhaus?

Vertreterinnen und Vertreter Bad Cannstatter Kultur und Bildungseinrichtungen haben bei einer Veranstaltung des SPD-Ortsvereins ihre aktuellen Planungen vorgestellt. Dabei wurde auch Bedarf für ein zentrales Bürgerhaus mit einem basisorientierten Angebot formuliert.

„Wichtigste Einsicht aus allen Redebeiträgen ist, dass direkte menschliche Zuwendung durch Digitalisierung nicht ersetzt werden kann“, fasste Michael Reisser, SPD-Bezirksbeirat und Moderator des Abends, die Veranstaltung zusammen. Dies sei besonders bei den Beiträgen von Alexandra Kirchner von der Stadtteilbibliothek und Katja Fischer, Leiterin der Cannstatter Musikschule, deutlich geworden, deren Einrichtungen künftig gemeinsam im Gebäude Überkinger Straße residieren werden. „Beide Institutionen entwickeln ihre Angebote digital weiter, und dennoch steigt die Zahl der Besucher vor Ort, die dann zurecht eine entsprechende Aufenthaltsqualität erwarten“, erklärte Reisser.

Auch die Volkshochschule ist auf der Suche nach einem neuen Standort mit einem Raumbedarf von bis zu 3.000 Quadratmetern, wie Monika Kurz ausführte. Kathrin Wegehaupt vom Kulturkabinett beschrieb anschaulich die Bandbreite basisorientierter Soziokultur, die von Aktivitäten zahlreicher freier Gruppen am Standort in der Kissinger Straße bis hin zu großen Veranstaltungen etwa im Kursaal reiche.

Dieses Beispiel nahm Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler auf. „Nur etwa jede zwanzigste Veranstaltung im Kursaal wird tatsächlich von Cannstatter Vereinen bestritten. In diesem Sinne ist der Kursaal nicht wirklich ein Ort für die Cannstatter Vereine und Bürger“, stellte Löffler klar. Dem Kursaal fehlten kleinere Räume für Treffen von Vereinen und Initiativen. „Wer zum Kursaal geht, besucht gezielt eine der zahlreichen Veranstaltungen mit Eventcharakter, zum unverbindlichen Treffpunkt eignet sich das Gebäude hingegen ebenso wenig wie für regelmäßige kleinteilige und basisorientierte Angebote für Kleingruppen oder Vereine“, beschrieb der Bezirksvorsteher die aktuelle Situation.

Dieser Bedarf bestehe aber nachweislich und sei zudem dringend, so Löffler, wie zum Beispiel die häufige Belegung des zentralen Saals im Bezirksrathaus durch Vereine zeige. Die Bad Cannstatter SPD-Stadträtin Marita Gröger betonte abschließend, dass der Ball nun im Feld der politischen Parteien liege. „Wenn sich die Politik in Bad Cannstatt über Parteigrenzen hinweg einig in der Frage ist, dass wir ein zentrales Bürgerhaus benötigen, dann muss sie diesen Anspruch klar formulieren“, forderte Gröger. Notwendig, so die SPD-Stadträtin, seien auch konkrete Vorschläge für einen Standort. Mit dem Areal an der Elwertstraße gebe es einen solchen Standort bereits.

 

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