Schlossgeschichten: Führung im Haus der Heimat

Veröffentlicht am 05.04.2012 in Ortsverein

Dr. Christine Absmeier (re.) mit einigen Teilnehmern der Führung“ Schlossgeschichten“ im Haus der Heimat

„Was fasziniert heute noch so viele Menschen am Adel?“ Unter anderem dieser Frage ging die Besuchergruppe von „SPD am Nachmittag“ des Cannstatter SPD-Ortsvereins bei der Führung durch die Wanderausstellung „Schlossgeschichten. Adel in Schlesien“ im Haus der Heimat nach. Aber auch Kindheitserinnerungen und familiäre Bindungen waren Anlass zur Teilnahme.

Spannend und sachkundig war die Führung durch Dr. Christine Absmeier. Sie erklärte am Beispiel des schlesischen Adels, was es mit dem Adel als Stand auf sich hatte, wie Menschen adelig wurden, welche Aufgaben Adelige auf sich nahmen und wie es in einigen Fällen zu dem Besitz kam. Gezeigt wird zum Beispiel ein Dotationsbrief aus dem Jahr 1641, ausgestellt von Kaiser Friedrich III., an Graf Melchior von Hatzfeld über die Herrschaft Trachenberg in Niederschlesien. Er bekam sie als Dank für seine Verdienste für das kaiserliche Heer im Dreißigjährigen Krieg. Der vorherige Besitzer Hans Ulrich von Schaffgotsch war als Anhänger Wallensteins hingerichtet worden und der Kaiser hatte sämtliche Güter der Familie eingezogen. Trachtenberg blieb bis 1945 im Besitz der Familie Hatzfeldt.

In der Ausstellung zu sehen sind wertvolle Leihgaben wie Tafelsilber, Geschirr und Gläser mit den Wappen der Adelsfamilien, ergänzt durch Urkunden und Literatur. Ein besonderer Raum ist den Schlössern gewidmet. Farbige Lithographien aus Alfred Dunckers Buch „Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie“ zeigen ein breit gefächertes Bild der Lebenswelt und der kulturellen Bedeutung des schlesischen Adels im Spiegel seiner Wohnsitze. Die künstlerisch interessanten Lithographien zeigen die ganze Vielfalt der preußischen Architektur und geben ebenfalls Einblicke in die damalige Gartenkunst. Duncker gelang die Verbindung von historischer und künstlerischer Betrachtung dieses Themas. Die Ansichten waren folglich sehr beliebt und die Veröffentlichung wurde von den Schlossbesitzern, die zum Teil dem oberschlesischen Industrieadel angehörten, unterstützt. Der Reichtum dieser Familien beruhte auf der Förderung von Steinkohle, Zink- und Eisenerz. Heute noch bekannt sind aus diesem Kreis die Familien Ballestrem, Henckel-Donnersmarck und Tiele-Winckler. Adelsfamilien wie Lichnowsky, Oppersdorf oder Zedlitz widmeten sich weitgehend der Gutswirtschaft,

Eine Vitrine ist dem wohl bekanntesten Mitglied des oberschlesischen Adels, Joseph von Eichendorff, gewidmet. Eichendorff kam 1788 auf Schloss Lubowitz bei Ratibor zur Welt und es schmerzte ihn, dass seine Eltern den Besitz verkaufen mussten, weil er unrentabel geworden war.

Das Ende der schlesischen Adelswelt kam 1945. Die meisten Schlösser wurden zerstört oder zerfielen in den folgenden Jahren. Heute kann niemand mehr sagen, wie viele Schlösser und Herrensitze es in Schlesien gegeben hat. In den letzten Jahren wurden jedoch vielfältige Anstrengungen unternommen, das kulturelle Erbe Schlesiens wieder zu beleben.

Die Teilnehmer an der höchst interessanten Führung für „SPD am Nachmittag“ diskutierten anschließend insbesondere, was aus den Familien geworden ist und wie die Wiedergutmachungszahlungen zu Stande kamen.
Inge Utzt

 

Aktuelle Termine

Alle Termine öffnen.

Führung durch die Ausstellung „Bad Cannstatt in den 70er-Jahren“
17.07.2026, 15:00 Uhr - 16:30 Uhr
Ort:Marktstraße 71/1 (beim Klösterle)

Durch die Ausstellung führt der Historiker und Vorsitzende von Pro Alt-Cannstatt Olaf Schulze. Anmeldungen bitte …

SPD OV Bad Cannstatt: Parteikeller ausmisten
15.08.2026, 10:00 Uhr - 12:00 Uhr
Ort:Krefelder Str. 11


OV Bad Cannstatt: Stammtisch
25.08.2026, 18:30 Uhr - 21:00 Uhr
Ort:Gaststätte Hohenstaufen, Taubenheimstrasse 80, 70372 Stuttgart

Lockeres Zusammensein ohne konkrete Tagesordung. Gäste sind Willkommen!

Alle Termine

Jetzt Mitglied werden!

Mitglied werden

SPD News

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

Ein Service von websozis.info